SPÄTZÜNDER

– hier gibt es Infos für Menschen über 50 und darunter –

aber auch Auszüge aus den Sendungen “Die Spätzünder”von „Radio Z“ aus Nürnberg


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Späte Chancen

Alternde Menschen dem kapitalistischen Kosten-Nutzen-Denken zu unterwerfen ist ein Frontalangriff auf deren Würde.

von Heinz Schwirten, Werner Voß

Foto: Gustavo Frazao/Shutterstock.com

Alte Menschen werden in der öffentlichen Wahrnehmung oft beurteilt wie gescheiterte Jüngere: Fast alles können sie nicht mehr so gut. Man betrachtet sie im besten Fall als bemittleidenswert, im schlechtesten als Nerv- und Kostenfaktoren. Dabei wird zu selten gesehen, dass nicht Senioren „falsch“ sind, sondern die Kriterien, nach denen wir sie bemessen. Ältere können nicht nur mit ihrer Lebenserfahrung hilfreich sein, sie verschaffen Jüngeren auch das Erlebnis, in eine ganze andere Erlebniswelt einzutauchen, in der andere Dinge zählen als Effizienz, Erlebniskonsum und Geschwindigkeit. Ein Übungsleiter für Rehasport bei Menschen mit Demenz berichtet über seine Erfahrung.

 

Der Jugendwahn, wonach der Mensch nach Aussehen und Leistungsfähigkeit beurteilt wird, darf nicht Maßstab des Zusammenlebens zwischen den Generationen sein, weil dann der Mensch selbst nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern die neoliberalen Regeln, denen er unterworfen ist.

In unserer Gesellschaft muss viel mehr über Chancen des Älterwerdens gesprochen werden. Ältere können ihr Erfahrungswissen weitergeben. Denken wir an das Ehrenamt, so sind es überwiegend Rentner, die sich auf kommunaler Ebene im Stadtrat für das Gemeinwohl engagieren.

Die Polarisierung von Jung gegen Alt, im Sinne von: „Wir müssen für die Alten schuften“, ist Gift für das Miteinander in einer Gesellschaft. Vielmehr bedarf es der beidseitigen Befruchtung: Die Jungen können sich an den Alten orientieren — weil …

 

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Die Reiche-Rentner-Fata Morgana

Beim Thema Altersarmut führen Politik und Medien eine Geisterdebatte.

von Holger Balodis

Foto: Fab_1/Shutterstock.com

Es gibt eine geradezu bizarre Debatte darüber, wie gut oder schlecht es den Rentnern geht. Für viele Experten ist Altersarmut allenfalls ein Problem der fernen Zukunft. Die geplante Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung wird immer wieder mit dem Argument diffamiert, dadurch profitierten vor allem ohnehin gut versorgte Zahnarztgattinnen. Der Anteil der wirklich Bedürftigen sei hingegen verschwindend gering. Machen wir eine Bestandsaufnahme.

Auszüge aus dem Artikel

– Wer jedoch überwiegend auf Renten aus der gesetzlichen Rente angewiesen ist, und das sind im Westen immerhin rund 90 Prozent und in Ostdeutschland 99 Prozent der Alten, hat weit schlechtere Karten.

Rund 3 Millionen der Bezieher von Alters- und Erwerbsminderungsrentner haben so wenig Geld, dass sie Anspruch auf Grundsicherungsleistungen haben. Das heißt, sie haben weniger als ca. 800 Euro verfügbar im Monat und sie haben auch keinen Partner, der sie über diese Schwelle heben würde. Die Tatsache, dass derzeit über die Hälfte der armen Rentner nicht zum Amt geht, macht diese verschämten Alten keineswegs zu reichen Rentnern.

– das statistische Bundesamt aber die Rentner für sich, so ergibt sich ein ganz anderer Befund: 19,5 Prozent der in Rentnerhaushalten lebenden Personen sind arm. Sie verfügen inklusive aller sonstigen Einkommen über weniger als die vom statistischen Bundesamt als Referenz herangezogenen 999 Euro (Alleinlebende) beziehungsweise 1499 Euro (Paare).

Damit liegt die Armutsquote der Rentner schon heute rund vier Prozentpunkte höher als in der Gesamtbevölkerung. Altersarmut ist damit ein brandaktuelles Problem

– Dazu kommen noch viele Millionen Personen, die ebenfalls extrem armutsgefährdet sind. So arbeiten derzeit 4 Millionen Personen ausschließlich als Mini-Jobber. Das brächte nach 40 Jahren eine Bruttorente von rund 180 Euro.

– Aktuell müssen sich die Arbeitgeber an Riester-Rente und Entgeltumwandlung nahezu nicht beteiligen. Auch der Staat sollte sich wieder fair beteiligen, statt den Bundesanteil prozentual immer weiter zurückzufahren.

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Demenz: Wir brauchen eine andere Perspektive! – Essay

Von Autor: Reimer Gronemeyer für bpb.de

Wir leben im „Jahrhundert der Demenz“. Es scheint, die alten Industriegesellschaften, in denen die Demenz jährlich zunimmt, leiden unter Ermüdungserscheinungen. Das Einzige, das in diesen Gesellschaften noch wächst, sind offenbar die Zahl der Alten und die Zahl der Menschen mit Demenz. Damit verbunden wächst die Dienstleistungsbranche „Pflege“ und die Versorgungsindustrie „Demenz“. Mit den Hinfälligen und Hilflosen werden gewaltige Umsätze erzielt. Kann das langfristig gut gehen? Der Versuch, das Thema Demenz in pflegerische und medizinische Gettos zu verbannen und dort zu beherrschen, muss scheitern. Es ist an der Zeit, die soziale Seite der Demenz zu entdecken. Ob wir imstande sind, humane, menschenfreundliche Wege des Umgangs mit der Demenz zu entwickeln, wird über unsere kulturelle und soziale Zukunft entscheiden.

Unablässig werden neue Konzepte zum richtigen Umgang mit Demenz entwickelt: „framen“, „inkludieren“, „validieren“, „mappen“. Ständig habe ich schon wieder eine Neuerung übersehen, noch nicht gelesen, nicht zur Kenntnis genommen. Wenn ein Mensch mit Demenz um sich schlägt, sich nicht waschen lassen will oder sich auf sonst eine Weise widersetzt, dann spricht der Demenzexperte, der auf der Höhe der Zeit ist, von „herausforderndem Verhalten“. Bei vielen löst dies – meiner Erfahrung nach – eher einen Lachanfall aus. Das Pflegepersonal, ….

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Ganz schön schräg

Wenn mir ein Gedanke nur undeutlich entsteht und als ein schwaches Bild vorschwebt; so ergreift mich unsägliche Begierde, ihn zu fassen; ich lasse alles stehen und liegen und verfolge ihn, wie der Jäger das Wild durch alle Krümmungen, stelle ihm von allen Seiten nach und verrenne ihm den Weg, bis ich ihn fasse, deutlich mache und als erlegt zu Papiere bringe. Bisweilen entrinnt er mir doch: dann muss ich warten, bis ein andrer Zufall ihn einmal wieder aufjagt: grade die, welche ich erst nach mehreren vergeblichen Jagden fing, sind gewöhnlich die besten. Aber wenn ich bei so einer Verfolgung unterbrochen werde, besonders durch ein Tiergeschrei, das zwischen meine Gedanken hereinfährt wie das Henkerschwert zwischen Kopf und Rumpf — da empfinde ich eines der Leiden, die wir verwirkt haben, als wir mit Hunden, Eseln, Enten in eine Welt hinabstiegen.

Arthur Schopenhauer (1788 – 1860), deutscher Philosoph Quelle: Schopenhauer

Ganz schön schräg – ein Beitrag von und mit Urte Jupitz-Kuhnke (Redakteurin Radio Z Nürnberg)


 

 

 

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Der Paritätische

20.02.2019

„alt, einsam, isoliert!? – Wege zur Teilhabe

Die wachsende soziale Isolation stellt eine große Herausforderung dar. Die Bunderegierung hat dies erkannt und sich in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen, „angesichts einer zunehmend individualisierten, mobilen und digitalen Gesellschaft Strategien und Konzepte zu entwickeln, die Einsamkeit in allen Altersgruppen vorbeugen und Vereinsamung bekämpfen.“ Dabei sieht die Regierung die Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sowie Wohlfahrtsverbände als Stifter von Identität und Wertevermittlung. Mit ihrer Arbeit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Mit seiner verbandsübergreifenden Fachtagung zum Thema „Alt, einsam, isoliert!? – Wege zur Teilhabe“ hat der Paritätische Gesamtverband Mitte Dezember 2018 Initiativen, Vereinen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft eine Plattform gegeben, ihre erfolgreichen Projekte gegen Einsamkeit und Isolation … hier geht es weiter

 

 

lese-sab 859

Paritätischer fordert Reformpaket gegen Altersarmut

Pressemeldung vom 02.01.2019

Von: Gwendolyn Stilling

Die nach einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft EY enorm gestiegene Angst der Deutschen, im Alter zu verarmen, sei mehr als begründet, betont der Paritätische Gesamtverband mit Verweis auf seinen aktuellen Armutsbericht. Um Altersarmut wirksam zu bekämpfen, fordert der Verband ein umfassendes Maßnahmenpaket: Von einer Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent bis zur Erhöhung der Regelsätze in der Altersgrundsicherung von 424 Euro auf 628 Euro.

Nach dem Paritätischen Armutsbericht sind ein Viertel der erwachsenen Armen in Deutschland in Rente oder Pension. Damit stellen Rentner*innen und Pensionär*innen derzeit hinter den Erwerbstätigen die zweitgrößte Gruppe in dieser Population. Nach Einschätzung des Paritätischen werde die Altersarmut geradezu zwangsläufig weiter zunehmen, wenn nicht umgehend politisch gegengesteuert wird. .... mehr findet ihr hier

 

 

 

 

Ich bin froh, dass es mich gibt

Wer mich tadelt, gibt zu erkennen,
daß was Gutes an mir sei.

Friedrich Freiherr von Logau

(1605 – 1655), Pseudonym: Salomon von Golaw, in Polen geborener deutscher Satiriker, Epigramm- und Barockdichter

Auch Urte Jupitz-Kuhnke, von der Redaktion „Spätzünder“ bei Radio Z, hat sich Gedanken zum Thema – „Ich bin froh, dass es mich gibt“ – gemacht.

Viel Vergnügen mit sab 862 – von und mit Urte


Kommentar Dezember 2018

von und mit Heijo Schlein

Weihnachten – das Fest der Liebe ist vorbei – schon wieder, alle Jahre wieder.

Weihnachtsbaum - Bild Heijo Schlein
Weihnachtsbaum – Bild Heijo Schlein

Die Geschenke ausgepackt, das Papier entsorgt und als nächstes ist der Weihnachtbaum dran. Die Besinnung, die in der Adventszeit so oft beschworen, können wir nun getrost in der Weihnachtkiste bis zum nächsten Jahr verwahren. Die Läden sind wieder geöffnet und wir können uns ins ……

Viel Vergnügen mit sab 851


Fortschritt

Oktober 2018

Es ist schon ein großer Fortschritt, den Willen zum Fortschritt zu haben.

Lucius Annaeus Seneca

(ca. 4 v. Chr. – 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere, war ein römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero (Römischer Kaiser von 54 – 68)

Quelle: Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 71. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)

 

Hanne Schönlau, Redakteurin bei den „Spätzündern“ von Radio Z, hat sich ihre Gedanken dazu gemacht.

Viel Vergnügen mit sab 844


 

Außer Kontrolle!

Die Welt wendet sich der Industrie zu, weil sie das Wohlleben sucht. Es scheint mir, daß die händlerischen Leidenschaften, was man auch tun möge, die stärksten von allen werden. Der Willkür der Regierungen in einem Jahrhundert wie das unsrige, die Leitung der Industrie zu überlassen, hieße ihre Hand eine ungeheure Macht legen, die die Zukunft noch ständig vergrößern wird. Es hieße, ihr die Kontrolle über die zukünftigen lebhaftesten und heftigsten Leidenschaften des menschlichen Herzens zu geben; besser, es hieße, ihr das Herz selbst zukünftiger Generationen ausliefern.

Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

(1805 – 1859), französischer Politiker, Staatstheoretiker und Historiker

Außer Kontrolle – ein Beitrag von der „Spätzünder-Redakteurin“ Hanne Schönlau von Radio Z Nürnberg

Viel Vergnügen mit sab 804


Außer Kontrolle

Vergebene Mühe

Auf Schritt und Tritt sich aufzupassen,
Was soll es frommen?
Wer nicht wagen darf, sich gehen zu lassen,
Wird nicht weit kommen.

Paul Heyse

(1830 – 1914), eigentlich Paul Johann Ludwig von Heyse, deutscher Romanist, Novellist und Übersetzer, Nobelpreisträger für Literatur 1910

Außer Kontrolle – heute ein Beitrag von der „Spätzünder-Redakteurin“Urte Jupitz-Kuhnke von Radio Z Nürnberg

viel Vergnügen mit sab 816


 

Bewegt euch

war Thema bei den „Spätzündern“ von „Radio Z“ in Nürnberg.

Was der Redakteurin Urte Jupitz-Kunke dazu eingefallen ist hört ihr in diesem podcast.

Viel Vergnügen mit sab 815


 

Nie zu alt fürs Internet!

Viele ältere Menschen haben Vorbehalte gegen die Nutzung des Internets. Hier will die Broschüre helfen zu verstehen und die Skepsis gegenüber den vielen guten Möglichkeiten des weltweiten Netzes abbauen.

Sie sind nie zu alt fürs Internet!

Diese Broschüre gibt es als kostenlosen Download, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.           Dort können Sie sie auch als Broschüre bestellen.

 


Stille

Wenn alles still ist, geschieht am meisten.

Søren Aabye Kierkegaard

(1813 – 1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

 

sab 763

Die „Spätzünder-Redaktion“ von „Radio Z“ in Nürnberg hat sich mit dem Thema Stille beschäftigt. Heute hört ihr dazu einen Beitrag von und mit   Hanne Schönlau.